EDITORIAL 2 forum kriminalprävention 4 2021 Liebe Leserin lieber Leser Die Ampel steht der Koalitions vertrag der Regierungsparteien ist unterzeichnet und Olaf Scholz zum Bundeskanzler gewählt Das neue Kabinett beginnt zu regieren und muss sich zuallererst um mehr Klar heit bei der Pandemiebekämpfung kümmern Corona ist eine epidemio logisch medizinische Herausforde rung und gleichzeitig treffen die Schutzmaßnahmen mit den damit verbundenen Beschränkungen den Nerv vieler Menschen und verunsi chern die Gesellschaft insgesamt Das Klima wird rauer Die Ampel will Orientierung geben und kann zuweilen auf rot springen wenn eine Gefahr zu groß wird Grün ist jedoch das Koalitionsparadigma so wohl im Hinblick auf den unmittel baren Klimaschutz als auch für die sozial ökologische Marktwirtschaft als Grundlage einer freien und ge rechten Gesellschaft mit nachhalti gem Wohlstand Der erste Beitrag geht der Frage nach ob nun auch bei der Präven tion mehr Fortschritt gewagt wer den soll Vor dem Hintergrund eines Präventionsansatzes der gefährli chen risikogeneigten sowie schädli chen Entwicklungen zuvorkommen und zugleich die positiven Poten ziale in der Gesellschaft nutzen so wie stärken will werden zentrale Aussagen zitierend hervorgehoben und kommentierend eingeordnet Auch soll Auskunft gegeben wer den inwieweit für die Prävention in Deutschland bessere Rahmenbe dingungen zu erwarten sind Vorab kann bereits gesagt wer den dass die Wahlprogramme der Koalitionsparteien ihren Eingang in den Vertrag bekommen haben Bei der SPD hieß es Durch vorbeugen de Maßnahmen wollen wir verhin dern dass Bürger innen Opfer von Kriminalität werden Gute Sozial Ar beitsmarkt Kinder Familien und Integrationspolitik bilden die not wendige Basis einer erfolgreichen Prävention Bündnis 90 Die Grünen forderten einen Paradigmenwech sel hin zu einer neuen progressiven und rationalen Sicherheits und Kri minalpolitik und die FDP plädierte dafür dass Sicherheit nicht zulas ten der Grundrechte unbescholte ner Bürgerinnen und Bürger gehen dürfe Das DFK wird daran mitwirken die Präventionsziele einer moder nen Kriminal und Gesellschaftspo litik zu erreichen und freut sich als neuen Kuratoriumspräsidenten den Bundesminister der Justiz Marco Buschmann begrüßen zu dürfen Nancy Faeser ist Bundesministe rin des Innern und für Heimat und hat sogleich einen Schwerpunkt bei Bekämpfung des Rechtsextre mismus gesetzt Zwei Beiträge be fassen sich mit dieser Herausforde rung Stefan Goertz erläutert extremis tische Einflussnahmen auf die Coro na Proteste Querdenker Reichs bürger und Selbstverwalter sowie Rechtsextremisten versuchen mit strategischer Absicht ideologisch Einfluss zu nehmen Im Mittelpunkt stehen Agitation gegen die Schutz maßnahmen sowie die Delegitimie rung des Staates und seiner Reprä sentanten Stefan Tepper untersucht die Ab wendung von Szeneangehörigen aus ihren rechtsextremistischen Kontexten mit den damit verbun denen Motiven und Ambivalenzen in einem solchen Prozess Marcus Kober berichtet schließ lich über Ansätze zur Wirkungser mittlung und Qualitätssicherung in der Extremismusprävention Das EUKITEA Theater Stephan Eckl greift Prävention als kulturel les Thema immer wieder auf Marco bist du stark heißt die neue Pro duktion zum Thema Umgang mit starken Gefühlen Warum radikali sieren sich Jugendliche Was macht sie anfällig für Vorurteile und ex tremistische lebensfeindliche Ideo logien Was lässt ihr Herz so erkal ten dass sie bereit sind Menschen die anders denken oder fühlen mit Gewalt zu begegnen EUKITEA geht diesen Fragen nach und sucht ge meinsam mit den Zuschauer innen Antworten Voraussetzung jeglicher Zusam menarbeit so auch von muslimi schen Akteuren und der Polizei sind Respekt Wertschätzung und die Bereitschaft sich in die Rolle des Gegenübers hineinzuverset zen Hier setzt die Arbeit des Ko operationsnetzwerkes Sicher Zu sammenleben KoSiZu an das im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge BAMF verortet ist Lydia Boer skizziert Entwicklung Ziele und Zuständigkeitsbereiche des KoSiZu Die kommunale Ebene betrifft sodann der Beitrag Sicherheit im Ludwigsburger Bahnhofsviertel SiLBer von Markus Faigle Laura Härle Ina Hennen Ines Hohendorf Der Ludwigsburger Bahnhof ist viel fältigen Nutzungskonflikten aus gesetzt was zu Spannungen und einem schwindenden Sicherheits gefühl der Bürger innen führt Im Rahmen des Verbundprojektes un tersucht daher die Stadt Ludwigs burg gemeinsam mit der Stiftungs professur für Kriminalprävention und Risikomanagement der Eber hard Karls Universität Tübingen die lokalen Sicherheitsbedarfe und ent wickelt neue Sicherheitslö sungen Der Schutz von gefährdeten Or ten im öffentlichen Raum ist das Thema seitens der Polizeilichen Kri minalprävention Ein Leitfaden der Polizei bietet Kommunalverantwort lichen Hilfestellung bei der Entwick lung von Zufahrtsschutzkonzepten wie Julia Christiani berichtet Liebe Leserin lieber Leser für die Prävention wenig erfreu lich ist dass die noch verbliebenen Kollegen des Nationalen Zentrums für Kriminalprävention NZK zum Jahresende ihre Arbeit einstellen müssen Das vom Bundesministeri um des Innern für Bau und für Hei mat BMI finanzierte Projekt einer wissenschaftlichen Arbeitsstelle ist damit beendet Eine Bilanz wird An fang des kommenden Jahres zu zie hen sein Ein besonderer Dank gilt al len Beteiligten die sich konstruktiv eingebracht haben In der Weihnachtszeit und zum Jahresende haben wir die Chance etwas besser zur Ruhe zu kommen und über die Zeitläufte nachzuden ken Ich wünsche Ihnen persönliche Zufriedenheit und ein andauerndes Wohlbefinden Vielleicht können Sie dadurch die notwendige Kraft tan ken um im neuen Jahr 2022 die wich tige Präventionsarbeit im Sinne von Mehr Fortschritt wagen fortset zen zu können Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch wünschen Ihnen Vor stand und Geschäftsstelle Herzliche Grüße Ihr Wolfgang Kahl

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