42 forum kriminalprävention 1 2016 OPFERSCHUTZ Physische psychische und sexualisierte Gewaltformen Ein Blick in die Statistik Das Thema Gewalt gegen Frauen hat mit dem Ereignissen in der Sylves ternacht eine erhöhte Aufmerksam keit in den Medien erfahren Gewalt kann auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen Als die drei Oberkate gorien mit jeweils eigenen Erschei nungsformen und Tatmerkmalen kön nen physische psychische und sexualisierte Gewalt unterschieden werden In der Polizeilichen Kriminal statistik PKS bieten die Summen schlüssel für Körperverletzung1 Straf taten gegen die persönliche Freiheit2 und Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung unter Gewaltan wendung oder Ausnutzen eines Ab hängigkeitsverhältnisses3 erste An haltspunkte wenn man das Ausmaß dieser Gewaltformen differenziert be trachten möchte Abbildungen 1 3 Bei Straftaten gegen die persönliche Gewalt gegen Frauen Das Hilfetelefon berät Opfer von Gewalt Henning van den Brink Vor drei Jahren wurde das Hilfetelefon ins Leben gerufen Es berät Frauen die Opfer einer Gewalttat geworden sind Anfang März ist der dritte Jahresbericht erschienen in dem die bundesweite Beratungsstelle ihre Arbeit dokumen tiert Neben einer Zusammenfassung des aktuellen Jahresberichts werden hier einige Zahlen zum Ausmaß der registrierten Gewaltkriminalität gegen Frauen dargestellt Freiheit machen den größten Teil die Delikte Nötigung Bedrohung und Nachstellung Stalking aus bei Straf taten gegen die sexuelle Selbstbe stimmung sind dies Vergewaltigun gen sowie sexueller Missbrauch und sexuelle Nötigung Körperverletzungen nehmen in der Polizeilichen Kriminalstatistik einen recht prominenten Platz ein Im Jahr 2014 wurden in Deutschland insge samt 590 766 Opfer von Köperverlet zungsdelikten erfasst davon waren 221 346 weiblich 37 Prozent Ausge glichen ist das Geschlechterverhältnis bei Opfern von Straftaten gegen die persönliche Freiheit 114 313 Männer und 105 232 Frauen waren davon be troffen Die Statistik verzeichnete bei Straftaten gegen die sexuelle Selbst bestimmung 11 884 weibliche Opfer Das sind 93 3 Prozent aller Opfer von sexuellen Übergriffen Betrachtet man die Opfergefähr dungszahl also die Zahl der Opfer auf 100 000 Personen der entsprechenden Altersgruppe und Geschlechtszuge hörigkeit in der Bevölkerung blaue Li nie zeigt sich in allen drei Deliktbe reichen Bei den weiblichen Opfern sind vor allem junge Frauen betroffen Bei sexualisierter Gewalt sind es sogar die 14 bis 18 Jährigen die die höchste Opfergefährdungszahl aufweisen Ins gesamt wurden knapp 3000 weibliche Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren als Opfer einer Straftat gegen die sexuelle Selbstbestimmung in der Statistik geführt bezogen auf 100 000 Mädchen und Frauen in diesem Alter waren es 187 Abbildung 3 Insbeson dere bei Körperverletzungen aber auch bei Straftaten gegen die persön liche Freiheit sind statistisch gese hen die weiblichen Heranwachsen den im Alter von 18 bis 21 Jahren am meisten betroffen Abbildung 1 und 2 Diese Zahlen spiegeln jedoch nur die Straftaten wider die bei der Polizei gemeldet werden Die Dunkelziffer ist in diesen Bereichen bekanntermaßen hoch Aber nicht nur der Gang zur Po lizei sondern auch zu einem Hilfs oder Beratungsangebot fällt vielen Frauen schwer Wissenschaftlichen Studien zufolge suchen nur 20 Pro 1 Die PKS Schlüsselzahl 220000 umfasst alle Verstöße gegen 223 227 229 231 StGB 2 Die PKS Schlüsselzahl 230000 umfasst alle Verstöße gegen 232 233a 234 235 236 237 238 239b 240 241 316c StGB 3 Die PKS Schlüsselzahl 11000 umfasst alle Verstöße gegen 174 174a 174b 174c 177 178 StGB Abbildung 1 Weibliche Opfer von Körperverletzung 2014 Quelle PKS Abbildung 2 Weibliche Opfer von Straftaten gegen die persönliche Freiheit 2014 Quelle PKS

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