Kommunale Kriminalpolitik und Kriminalprävention -
Kooperation und Vernetzung
der Präventionsakteure
aus polizeilicher Sicht
Jörg Ziercke
Kommunale Kriminalprävention als Teil kommunaler Kriminalpolitik
Kommunale Kriminalprävention als Teil der kommunalen
Kriminalpolitik scheint in Zeiten leerer kommunaler Kassen eine Reizvokabel zu
sein. Wer diese Debatte gegenüber kommunalen Verantwortungsträgern eröffnet,
gerät sofort in den Verdacht, dass von der Polizei oder Justiz Aufgaben zu
Lasten der Kommunen verlagert werden sollen. Kriminalprävention sei schließlich
Sache der Polizei oder der Justiz. Dies gelte erst recht für die
Kriminalpolitik. Eine Zuständigkeitsdebatte erhitzt die Gemüter. Ermutigend
ist, dass diese Auffassung nicht überall das Denken blockiert. Das Engagement
einer Vielzahl von Bürgermeistern in
kriminalpräventiven Räten und Gesprächskreisen verdeutlicht, dass die
Kriminalprävention auf der kommunalen Ebene angekommen ist. Schwieriger wird
es, wenn kommunale Politik sich auch als kommunale Kriminalpolitik verstehen
soll. Dabei müsste eigentlich klar sein, dass als vornehmste kommunale Aufgabe
die Daseinsvorsorge für ein würdiges Leben der Bürgerinnen und Bürger im
Mittelpunkt steht. Zur Lebensqualität gehört die Gewährleistung der Freiheit in
Sicherheit. Bürger sollen sich dort wohlfühlen, wo man lebt, arbeitet und
Urlaub macht.
Die Ursachen abweichenden und kriminellen Verhaltens
sind sehr vielfältig. 80 Prozent aller von der Polizei registrierten Straftaten werden von sogenannten
örtlichen Tätern begangen. Dieser Bezug zum eigenen Umfeld, zur eigenen
Gemeinde, schafft die Voraussetzungen zur Ursachenbeseitigung auf der
örtlichen, der kommunalen Ebene. Kommunalpolitikern muss bewusst sein, dass
kommunale Politikentscheidungen Einfluss haben
auf Jugendkriminalität, Drogenkriminalität, Straßenkriminalität,
Gewaltkriminalität, auf Tatgelegenheiten genauso wie auf das subjektive
Sicherheitsgefühl von Frauen, Kindern und Senioren. Kommunale Gesundheitspolitik,
Jugendpolitik, Sozialpolitik, Arbeitsmarktpolitik, Stadtplanungspolitik und
Ordnungspolitik bündeln sich nämlich in der Querschnittsaufgabe der kommunalen
Kriminalpolitik. Zu Recht verweisen viele Bürgermeister auf diese Politikfelder, die sich immer schon
auch mit abweichendem oder kriminellem Verhalten im Rahmen der Primärprävention
beschäftigt haben und deshalb eine genuine Form von Kriminalprävention der
Kommunen darstellen. Kommunale Kriminalpolitik stellt aber eine neue Qualität
dar. Sie soll das isolierte Nebeneinander dieser Politikfelder auflösen und den
Blick auf die Querschnittsaufgabe Kriminalpolitik richten. Der Focus sind die Ursachen des abweichenden oder
kriminellen Verhaltens auf kommunaler Ebene. Darauf müssen die personellen und
finanziellen Ressourcen der kommunalen Ebene stärker konzentriert und gebündelt
werden. Im kommunalen Haushaltsplan müssen die konkreten Maßnahmen unter dem
Aspekt der Kriminalprävention verankert sein. Rationale Kriminalpolitik auf
kommunaler Ebene ist daher geplante, systematische Verbesserung der Lebensqualität
der Bürgerinnen und Bürger. Die Koordination dieser kommunalen Aktivitäten zur
Kriminalpolitik sollte über die kriminalpräventiven Räte als Kommunikations-
und Arbeitsforum unterschiedlicher Partner erfolgen.
Verknüpfung kommunaler Kriminalpolitik mit der Kriminalpolitik des Landes
Selbstverständlich bleiben die Aufgaben von Polizei
und Justiz auf kommunaler Ebene in vollem Umfange erhalten. Es gibt keinen
Rückzug der Polizei aus der Fläche. Unmittelbare Gefahrenabwehr und Strafverfolgung
sind Hauptaufgaben der Polizei. Die sogenannte sekundäre Kriminalprävention,
die vorwiegend die Verhinderung von Tatgelegenheiten durch exekutive oder
operative Polizeimaßnahmen vorsieht, ist eine unverzichtbare Komponente
kommunaler Kriminalpolitik. Auch wenn dies nicht in die Zuständigkeit der
kommunalen Ebene fällt, bleibt das Erfordernis der Verknüpfung und
Abstimmung der kommunalen Kriminalpolitik
mit der Kriminalpolitik auf Landesebene.
Mit anderen Worten: Ohne eine effektive kommunale
Kriminalpolitik fehlt der Kriminalpolitik auf Landesebene die
Durchschlagskraft, die zur nachhaltigen Veränderung von kriminogenen Strukturen
erforderlich ist. Polizei und Justiz
müssen daher mitwirken in einem Netzwerk kompetenter Partner. Sie sind
genauso unverzichtbar für die kommunale Kriminalprävention wie die kommunalen
Partner selbst.
Idealisierte Zukunftserwartung zur kommunalen Kriminalprävention
Diese Überlegungen für ein neues Verständnis von
Kriminalpolitik auf kommunaler Ebene möchte ich mit einer etwas idealisierten
Zukunftsvorstellung von den Wirkungen der Kriminalprävention begründen und beziehe
dabei eine sehr grundsätzliche kriminologische Kritik am Denkansatz der
kommunalen Kriminalprävention ein.
Zur Vision: Neue Kooperationsformen auf dem Gebiet der Kriminalprävention schaffen ein sich selbst generierendes
Netzwerk zwischen engagierten
Bürgerinnen und Bürgern, Sozialarbeitern,
Psychologen, Architekten, Städteplanern, Privaten
Sicherheitsdienstleistern , Lehrern, Drogenberatern auf der einen Seite,
kommunaler Selbstverwaltung, Wirtschaft, Polizei und Justiz auf der anderen
Seite , alle vereint unter dem Dach der gesamtgesellschaftlichen
Kriminalprävention. Diese neue Form Institutionen übergreifender Kooperation bündelt
und konzentriert die wichtigen
gesellschaftlichen Kräfte und Gruppen im Hinblick auf ein gemeinsames
Ziel. Der Fokus dieser Einigkeit ist der gesellschaftliche Frieden, die ursachenorientierte Vermeidung von Kriminalität , die Verbesserung
des subjektiven Sicherheitsgefühls, kurz das Bekenntnis zu mehr Lebensqualität für möglichst viele
Menschen.
Verändertes Selbst- und Fremdbild der Polizei
Dieses Ziel und die mit ihm verbundene Kooperation
wirken auch reflexiv auf die beteiligten Kräfte. So verändert sich zwangsläufig
die Rolle der Polizei nicht nur auf dem bisher wahrgenommenen Feld der
Kriminalprävention, auch ihr Selbst- und Fremdbild werden verändert, positiv
verändert: Aus- und Fortbildung der Polizei erhalten neue Inhalte. Die Polizei
öffnet sich noch stärker für andere Berufsgruppen. Ausländische Mitbürger
ergreifen verstärkt den Polizeiberuf. Die Vision einer bürgernahen,
helfenden Polizei durch größere Nähe zu
den Sorgen der Bürgerinnen und Bürger und durch die gemeinsame Problemlösung
gewinnt in einem kommunalen Netzwerk kompetenter Partner eine realistische Perspektive. Niemals zuvor
war die Polizei ihrer Rolle als
anerkannter Teil der Problemlösung so nah und
ihrer heute oftmals zugeschriebenen
Rolle als Teil des Problems so fern.
Kriminalprävention als Kooperationsmodell einer Nachhaltigkeitsstrategie
Das Modell der gesamtgesellschaftlichen Kriminalprävention als der klassischen Form eines Kooperationsmodells, das auf Nachhaltigkeit angelegt ist, lässt in Deutschland Strukturen bereits sichtbar werden. Viele Fachleute sind sich einig: Der gesellschaftliche Diskurs über die Zunahme sozialer Probleme, über die innere Sicherheit, über weniger Gewalt und Vandalismus, vor allem über weniger Kriminalitätsangst in unseren Städten und Gemeinden muss besser organisiert werden. Bessere Lebensqualität definiert sich mit über den Grad an objektiver Sicherheit, vor allem aber über das subjektive Sicherheitsgefühl. Kriminalprävention soll die Zukunft der Menschen in einem lebenswerten Umfeld sichern. Lebensqualität ist auch ein Wirtschaftsfaktor. Leben, Arbeiten und Erholen in Freiheit und Sicherheit ist wichtig für den Standort Deutschland, für die Gewinnung von Investoren genauso wie von qualifizierten Arbeitskräften, für den Markt und den Konsum.
Strukturelle
Modernisierung der Kriminalprävention
Die Lage der inneren Sicherheit
in Deutschland ruft förmlich nach einer strukturellen Modernisierung der
Kriminalprävention. Wir brauchen neue Strukturen und Konzepte für eine gesamtgesellschaftliche, ursachenorientierte
und ressortübergreifende Kriminalprävention, die alle gesellschaftlichen
Gruppen, Professionelle wie Laien, in Problemlösungsprozesse einbezieht.
Überall gibt es verstärkte Anstrengungen zur kriminalpräventiven Arbeit auf nationaler
und kommunaler Ebene. Die Stiftung
Deutsches Forum für Kriminalprävention will eine moderne Kriminalprävention
fördern, die im Kern eine Kooperationsgemeinschaft völlig unterschiedlicher
Partner ist. Die folgenden Faktoren sind von Bedeutung:
·
Orientierung an
gesamtgesellschaftlichen und individuellen Ursachen von Kriminalität
·
ständige Analyse der
Kriminalitätsentwicklung unter kriminalpräventiven Aspekten
·
interdisziplinäre
Zusammenarbeit von Experten
·
Vernetzung aller kriminalpräventiven
Akteure
·
Wissen über die
Präventabilität von Delikten
·
Best Practice und
Evaluation von Modellprojekten
Entscheidend ist: Nicht Polizei
und Justiz sind die Denker und Lenker eines solchen Deutschen Forums für
Kriminalprävention, sie waren lediglich die Geburtshelfer. Die gesamte
Bandbreite unserer Gesellschaft ist Träger eines solchen Forums. Die Politik, die Wirtschaft, die
Kirchen, die Verbände , Organisationen und Vereine, sie alle dokumentieren,
dass es ihnen ernst ist mit einer längst überfälligen Antwort auf abweichendes,
unsoziales Verhalten, auf Störungen der Lebensqualität der Menschen, auf
subjektiv empfundene Ängste, auch mit dem Ziel der Hilfe für diejenigen, die in
unserer Gesellschaft scheitern.
Kommunikationsforum
für Kriminalprävention
Vor allem aber soll dieses neue
Forum eine integrierende Klammer sein, wo Tabuthemen aufgegriffen, kurzfristig
Fachforen organisiert werden und man in der Lage ist, alle wichtigen Experten zu bestimmten Themen zusammenzuführen.
Die Ergebnisse können über das politisch-strategische Gremium, das Kuratorium,
in praktische Politik einmünden. Diese organisierte Symbiose zwischen Theorie
und Praxis, zwischen Politik, Gesellschaft, Wissenschaft, Kirchen, Wirtschaft,
Bildung, auch Polizei und Justiz hat eine wichtige Funktion für den
angestrebten Mehrwert des Deutschen Forums für Kriminalprävention.
Fast sämtliche Politikfelder
in einer Kommune, die im Hinblick auf
die gemeinwesenorientierte Sozialarbeit fruchtbar gemacht werden müssen, sind
potenzielle Partner von Kriminalprävention: Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik,
Gewerbeansiedlung, Wohnungsbau-, Schul- und
Gesundheitspolitik und die Stadtplanung.
Kritische Kriminologen zum Konzept der kommunalen Kriminalprävention
Doch diese Vision der Kriminalprävention, die von
der nationalen vor allem auf die kommunale Ebene gerichtet ist und die in
Deutschland in ca. 2000 kommunalen kriminalpräventiven Räten, Gesprächskreisen
und Sicherheitspartnerschaften in der Umsetzung ist, begegnet bei den sogenannten
kritischen Kriminologen theoretischen Bedenken, die erwähnt werden müssen, um
den Blick für das zu schärfen, was wir gerade nicht wollen. Ich zitiere:
·
Das
Konzept der kommunalen Kriminalitätsprävention ist gerichtet auf eine Vernetzung
kommunaler Kapazitäten und Kompetenzen, auf die Mobilisierung der
Mitwirkungsbereitschaft und Selbstorganisation der Bürger.
·
Es
lebt von den Kenntnissen der lokalen Verhältnisse und ist wesentlich
gekennzeichnet durch Privatisierung der Sozialkontrolle.
·
Der
Polizei geht es mit dem Konzept des sogenannten community policing um eine
gemeindeorientierte Reformulierung ihrer Aufgaben und Organisationsformen,
indem sie sich als eine Art friedensstiftende Generalagentur für Probleme und
Sorgen der Bürger anbieten will, für die sonst niemand zuständig ist.
·
Die
wahren Wünsche der Bürger an polizeiliche Ordnungsleistung sind viel simpler:
die Leute möchten, dass sich jemand der alltäglichen kleinen Ärgernisse,
Belästigungen und Störungen annimmt.
·
Im
Kern geht es nicht um Kriminalität, sondern um »disorder« und »incivility«, um
Unordnung und unordentliches Benehmen.
·
Unvermeidlich
wird auch das Privatleben zum Objekt von Wahrnehmung, Beurteilung und Reaktion.
Je weicher diese Kontrolle wird, um so mehr entzieht sie sich juristischer
Überprüfung und um so schwieriger wird es, sich dagegen zu wehren.
Gegenposition: Polizei – ein Partner im gesamtgesellschaftlichen Netzwerk
Die Rolle der Polizei in diesen angestrebten und
vielfältig bestehenden Kooperationsgemeinschaften wird hier nach meiner festen Überzeugung falsch interpretiert.
Die Polizei soll den Prozess der
Vernetzung nur anstoßen. Die Polizei soll ihre aus täglichem Erleben
entstehenden Kenntnisse gegenüber anderen Institutionen bei der Feststellung gesellschaftssanitärer Defizite sinnvoll und
verantwortlich aufbereiten. Sie erlebt oftmals
als erste Institution viel unmittelbarer und brutaler die gesellschaftliche
und individuelle Realität. Polizei muss
sich verpflichtet fühlen, ihren gesamtgesellschaftlich erforderlichen Beitrag
zu leisten. Dabei muss sich die Polizei hinterfragen lassen, sich
rechtfertigen, erklärend eigene Bewertungen und Urteile vermitteln, ihre
Fähigkeit zur Selbstkritik und zum konstruktiven Kompromiss unter Beweis
stellen, sich als Teil des
gesellschaftlichen Diskurses und Kommunikationsprozesses ohne obrigkeitsstaatliche
Allüren verstehen.
Kommunale Kriminalpolitik als Querschnittsaufgabe
Im Hinblick auf die Problemlösung verweist die
Polizei ausdrücklich auf die Rolle der
Bürgermeister, die das
gesamtgesellschaftliche Netzwerk als
Grundlage einer rationalen kommunalen
Kriminalpolitik und vor allem als
konkreten Planungsgegenstand der
Kommunalpolitik entwickeln sollen. Die Wahrnehmung dieser Querschnittsaufgabe
hat Einfluss auf sämtliche Planungsprozesse und auf die Ressourcensteuerung der
Kommunen. Dieses Denken hat erst in zarten Ansätzen die Stufe die Umsetzung
erreicht. Polizei will diesen Prozess,
wenn es erforderlich ist, nur initiieren und sich auch engagieren und natürlich kooperieren, aber
nicht die kommunale Kriminalprävention dominieren. Polizei sieht sich nur als
Teil des Netzwerks, als zivile Komponente einer auch für die Bürgergesellschaft der Zukunft unverzichtbaren
Institution , die das friedliche Zusammenleben
der Menschen durch die Wahrnehmung des staatlichen Gewaltmonopols zu
gewährleisten hat. Die Polizei will nicht den Lehrern, Suchtberatern und
Sozialarbeitern die Arbeit abnehmen. Sie hält sich insbesondere aus dem Bereich
der primärpräventiven Maßnahmen heraus, weil dies das Feld der professionellen Helfer außerhalb der
Polizei ist.
Hypothese des kommunalpolitischen Einflusses der Polizei
Die Hypothese, dass im Ergebnis der weiteren
Entwicklung der kommunalen Kriminalprävention die Herrschaft über die soziale
Kontrolle immer stärker auf die Exekutive, die Sicherheitsorgane, die Polizei
übergehen werde, ist selbstverständlich zu diskutieren. Der Polizei wird dabei
aber unterstellt, dass sie alle möglichen Felder und Bezüge des Gemeindelebens
nach kriminogenen Bedingungen absucht und
eine Veränderung ihrer Funktionsorientierung hin zu den subjektiven Bedürfnissen der Bürger, mit polizeilicher
Präsenz in der Jugendarbeit, in den Schulen, Vereinen und
Nachbarschaftsversammlungen vornimmt. Durch diesen Paradigmenwechsel finde der
Anschluss an den gemeindlichen Lebensalltag statt, um unerschöpfliche
Informationen zu akquirieren. Ziel der Polizei sei - wird gemutmaßt -,
Machtzuwachs zu erlangen und Einfluss auf die Kommunalpolitik zu nehmen.
Gegenposition: Polizeiarbeit wird transparenter und kontrollierbarer
Ich halte diese Kritik für unberechtigt und abwegig,
weil gerade die Einbindung der Polizei in das kommunale Kooperationsnetzwerk,
das aus selbstbewussten Partnern besteht, die selbstverständlich eine kontrollierende
Funktion ausüben, keine Fischzüge im Trüben tolerieren wird. Diese eher
ideologisch zu nennende Schablone passt nach meiner Beobachtung auch auf keinen
der bereits seit vielen Jahren existierenden kommunalen Präventionsräte. Den
Kritikern kommt nicht in den Sinn, dass die Polizei sich in diesem permanenten
öffentlichen und mehrdimensionalen Kommunikationsprozess viel stärker als
jemals zuvor öffnen muss, von außen transparenter und kontrollierbarer
wird und eine neue Qualität als Hüterin des Gewaltmonopols, vor allem
aber als akzeptierter Partner auf kommunaler Ebene eine große Chance zu Verbesserung
von Freiheit und Sicherheit darstellt.
Konkrete Projekte kommunaler Kriminalprävention
Insbesondere aber werden von den Kritikern die
vielen guten Beispiele an konkreten Konzepten und Projekten der kommunalen
Kriminalprävention übersehen, die sich mit jugendlichen Intensivtätern, mit
Gewalt, Diebstahl und Drogen in Schulen, mit
Antisemitismus, Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit, mit
Aussteigerprogrammen, mit polizeilicher Diversion im Bereich der
Jugendkriminalität, mit Gewalt gegen Frauen in engen persönlichen
Beziehungen oder mit multikulturellen Problemlösungen beschäftigen. Sie alle
sind ein Beweis für die Sinnhaftigkeit dieses Ansatzes.
Schlussbemerkung
Die Idee der gesamtgesellschaftlichen
Kriminalprävention auf kommunaler, regionaler und nationaler Ebene ist durch
das partnerschaftliche Zusammenwirken völlig unterschiedlicher Akteure ein
zukunftsweisender Beitrag für mehr
soziale Gerechtigkeit, zur weiteren Demokratisierung unserer Gesellschaft und
vor allem für die Bewahrung einer offenen Gesellschaft versus
Sicherheitsgesellschaft. Entscheidend wird sein, wie schnell und zielorientiert
auf kommunaler Ebene, der Ebene der operativen Umsetzung von
kriminalpräventiven Maßnahmen und Projekten, diese Verantwortung zur kommunalen
Kriminalpolitik als Planungsgegenstand
zur Verbesserung der Lebensqualität unserer Bürgerinnen und Bürger verstanden
und in konkrete Kommunalpolitik umgesetzt wird.
Ministerialdirigent
Jörg Ziercke
Leiter
der Polizeiabt. im Innenministerium Schleswig-Holstein
Mitglied
des Vorstandes der Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention
Düsternbrooker
Weg 92, 24105 Kiel, Tel. 0431 / 988 - 0